Haben
sie sich schon für „Ihre“ Rasse entschieden?
Noch
nicht, dann nehmen Sie die Gelegenheit wahr, sich anlässlich
einer Katzenausstellung und in der einschlägigen Literatur
hinreichend zu informieren. Einen Überriss der verschiedenen
Rassen können Sie auch auf unserer Webseite finden.
Haben
Sie dann nach eingehendem Studium die Anzahl der für Sie in
Frage kommenden Rassen auf einige wenige eingegrenzt, sollten
ihre nächsten Wege Sie zu entsprechenden Züchtern führen.
Diese finden Sie, z.B. beim 1.DEKZV und seiner Regionalgruppe
Saarbrücken. Hier wird Ihnen der Züchter weitere Auskünfte über
die Rasse geben können und Sie haben Gelegenheit, die Tiere in
natura in der gewohnten Umgebung betrachten zu können.
Auf
diese Art wird Ihre Entscheidung für „die“ Rasse bald
fallen. Wichtig ist es, den richtigen Züchter zu finden, der
Ihnen sympathisch sein sollte und Ihnen das Gefühl vermitteln
kann, gut aufgehoben zu sein. Er sollte ehrlich, sachlich und
bestens informiert auf Sie wirken, sollte weder seine Tiere zu
sehr vermenschlichen noch den Eindruck erwecken, dass sie ihm
eher gleichgültig sind. Der Züchter sollte seine Tiere lieben,
sie aber immerhin noch Tier sein lassen; er wird es nicht lassen
können, von ihnen zu schwärmen. Dennoch sollte er in der Lage
sein, Ihnen auch mögliche Nachteile – wie überschäumendes
Temperament, Eigenwilligkeit, Gesprächigkeit, intensive
Haarpflege usw. aufzuzeigen.
Ihr
zweiter Blick sollte nun den anwesenden Katzen gelten. Sie
sollten einen gesunden, vitalen und gepflegten Eindruck machen.
Zumindest die erwachsenen Tiere sollten nicht über Gebühr
scheu wirken, erwarten sie aber auch nicht, dass man Sie im
Sturm erobert. Katzen sind eher vorsichtig und zurückhaltend
Fremden gegenüber; Scheue und Ängstlichkeit ist etwas ganz
anderes. Katzenkinder sollten fröhlich und verspielt wirken und
keck ihre Umwelt erobern. In der Regel sind sie noch wenig
verschmust; ihre Aktivitäten erstrecken sich meist auf Spiel
mit Geschwistern und Mutter, Fressen, Schlafen. Dazwischen ist
wenig Zeit, sich auch mit der Spezies Mensch auseinander
zusetzen. Nichtsdestotrotz ist es ungeheuer wichtig für
Katzenwelpen, in engstem Kontakt mit Menschen aufzuwachsen. Nur
so können sie das notwenige Vertrauen und die Unbekümmertheit
im Umgang mit Menschen im allgemeinen erwerben, was uns dann ein
Katzenleben lang um soviel bereichern kann.
Normalerweise
lernt man auch gleich die Katzenmama kennen. Auch sie sollte auf
Sie einen aufgeweckten, interessierten und lebhaften Eindruck
machen. Den Katzenpapa findet man eher selten im gleichen
Haushalt, da Katerhaltung nicht unproblematisch ist und nicht
jeder die Möglichkeit dazu hat. Meist müssen die Züchter
viele Kilometer zurücklegen, um den bestmöglichen Partner für
ihre Kätzin zu finden.
Die
Umgebung sollte sauber sein, erwarten sie jedoch bitte keine
sterile Krankenhaus-Atmosphäre. Wo Tiere leben gibt es Haare,
Staub und herumliegendes Katzenstreu, vor allem dann, wenn Babys
da sind.
Die
Anzahl der Tiere sollte den Wohnverhältnissen angemessen sein.
Gesundheitsvorsorge wird beim gewissenhaften Züchter groß
geschrieben und so werden Sie ein Jungtier vorfinden, dass
bereits mit ca. 9 Wochen erstmals gegen Katzenseuche und
–schnupfen geimpft wurde. Nach der 12. Woche erfolgt dann die
Wiederholungsimpfung und zusätzlich die Impfung gegen Tollwut.
Die Elterntiere sind gegen die tödliche Viruserkrankung Leukose
getestet und geimpft. So können sie ihren zukünftigen
Hausgenossen also frühestens im Alter von ca. 13 – 14 Wochen
zu sich nehmen.
Alles
andere wäre von Seiten des Züchters verantwortungslos. Der
ehrliche Züchter wird Sie auf die kleineren Fehler Ihres
Lieblings aufmerksam machen, da noch keine perfekte Katze laut
Standard geboren wurde.
Der
Kaufpreis resultiert in erster Linie aus dem Aufwand (Arbeit,
Deckgebühr, Fahrtkosten, Ausstellungserfolge der Elterntiere
usw.), den ein Züchter mit dem Wurf hat, den Impfungen,
Stammbaum, Entwurmung.
Billigkäufen
sollte man skeptisch gegenüberstehen, es zeigt sich meist, dass
etwas nicht so ganz in Ordnung ist. Hüten Sie sich auch vor
Mitleidskäufen. Auch wenn sie diesem einen Tier ein gutes Leben
bieten können folgen dafür viele andere – ebenso
verantwortungslos aufgezogen, armselig, verhaltensgestört und
aus Gewinnsucht unter die Menschheit
gebracht.
Aus
diesem Grund
schreibt der 1. DEKZV seinen Züchtern auch vor, dass eine Kätzin
nicht vor 12 Monaten erstmals gedeckt werden darf und in 2
Jahren dürfen höchstens 3 Würfe von einer Kätzin aufgezogen
werden.
Suchen
Sie sich also den Züchter, bei dem Sie sich gut aufgehoben fühlen
und zu dem Sie auch später noch gerne Kontakt halten wollen,
wenn Kätzchen schon lange Katze ist. Legen Sie – zum Schutz
der Katze – Wert auf einen ordentlichen Kaufvertrag. Genieren
Sie sich nicht, dem Züchter Fragen zu stellen, wundern sie sich
auch nicht, wenn man Ihnen Fragen stellt. Der Züchter hat ein
Recht zu wissen, wem er sein sorgfältig aufgezogenes Katzenkind
anvertraut. Der Stammbaum ist der Personalausweis Ihrer Katze,
der nicht nur die „Rasse“ beweist, sondern auch manches Mal
Hinweise auf erbliche Verhaltensweisen gibt, wenn sie
Gelegenheit haben, beim Züchter vielleicht auch noch Groß-
oder Urgroßeltern kennen zu lernen.